Ich weiß nichts über Kunst. Ich vermute alles nur. So vermute ich, dass es im Wesentlichen darum gehen sollte, seinem inneren Dialog eine Gestalt zu geben. Außerdem ist es immer nur ein Moment in einer Entwicklung, die der Künstler durchlebt. Wir kommen mit nichts und wir gehen mit nichts und jedes Kunstwerk ist nur ein Schnappschuss eines seelischen Moments. Bedeutungsvoll und bedeutungslos zu gleich. Jeder kann wählen, welchen Wert er dem Werk gibt. Das Kunstwerk als Spielfläche zwischen Macher und Konsument.

 

 

 

Intuition ist die Grundlage meiner Arbeit. Ich schaue durch den Sucher und lasse ihn seinem Namen gerecht werden. Ich suche nach Bildern, die meine emotionale Sicht auf die Welt und das was in ihr geschieht, visualisiert. Meine Art zu fotografieren hat selten etwas mit Konzeption oder Planung zu tun. Es ist mehr ein intuitives im Rhythmus auf der Tischkante klopfen als eine Melodie über Harmonien zu improvisieren, geschweige denn, etwas zu komponieren.

 

 

 

Kunst ist ein großes Wort und bewegt sich vielleicht im Spannungsfeld zwischen kindlicher Naivität und geschultem Intellekt. Für manche ist es Religion, für andere das Sinnbild für Überfluss. Was davon es aber auch immer sein mag .... seit es die Menschen gibt, beschäftigt die Kunst sie. Es kann also vielleicht Sinn machen, ihr im Leben wenigstens kurz zu begegnen und ihr Fragen zu stellen und sich Fragen stellen zu lassen.

 

 

 

 

 

Die Fotografie ist mir ein Werkzeug. Dieses Werkzeug inspiriert. Die Kamera ist ein Bauteil des Werkzeuges, welches ich unregelmäßig tausche. So entstehen meine Bilder sowohl analog als auch digital, jeweils mit verschiedenen Kameras. Letztlich spielt es aber für mich beim Betrachten meiner Bilder keine Rolle ob digital oder analog und mit welcher Kamera entstanden. Ich mag den analogen Look eines Bildes immer mehr und habe für mich festgestellt, dass das digitale Fotografieren und die anschließende Manipulation mich schneller und unkomplizierter zu Ergebnissen bringen. Regelmäßig greife ich auch zur analogen Kamera, jedoch führt das selten zu den Ergebnissen, die ich mir wünsche. Das analoge fotografieren hat dennoch einen großen Wert für mich. Es schult mein Auge und zwingt mich zu einer viel intensiveren Auseinandersetzung mit dem Motiv. Die analoge Herangehensweise versuche ich auf die digitale Fotografie zu übertragen. Die Nachbearbeitung meiner Bilder dauert selten länger als eine Minute. Das kann wohl keine Kunst sein. Oder?

 

 

 

 

 

Timo Hammesfahr