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Umgedreht und sieh' es geht

Da stehe ich also in der Dämmerung und baue meinen Kram auf. Ich bin nicht hier, weil ich das Motiv so toll finde, sondern weil ich Hardware und Handwerk testen möchte. Heute kam das neue Objektiv. Ein 12mm Samyang, Blende 2.0. Ich verwende es an einer Sony Alpha 6000 was zu einer Brennweite von rund 18mm führt. Nach vielen Testberichten und YouTube-Reviews habe ich micht dafür entschieden. Geringe Verzeichnungen, eine tolle Schärfe und vor allem ein günstiger Preis sprachen dafür. Da ich mich mehr mit der Fotografie in der blauen Stunde und Langzeitbelichtungen auseinandersetzen möchte, stehe ich nun um 20:30 an der Wupper. Der eigentliche Plan war das zu fotografieren, was in meinem Rücken ist aber das sieht gerade total langweilig aus. Die Brücke habe ich nun gewählt, weil ich zum einen den Effekt des fließenden Wassers, zum anderen die Leuchtspuren der Autoscheinwerfer einfangen wollte. Ich suche mir also meinen Bildauschnitt. Schön finde ich das ganze nicht aber nun bin ich einmal hier und die verbleibenden 26 Minuten bis zu erhofft guten Lichtsituation erlauben keine Standortveränderung. Warum exakt 26 Minuten? Eine App sagt mir, wann es an meinem Standort heute Zeit für die Blaue Stunde ist. Blaue Stunde? Damit ist eben eine besondere Lichtsituation gemeint auf die ich in einem anderen Artikel eingehen werde.

 

Ich entscheide mich also für meinen Bildauschnitt und finde mich schnell damit ab, dass es wohl kein spannendes Bild werden wird. Alles irgendwie zu langweilig. Ich probiere ein bisschen rum und denke schon darüber nach einzupacken, als zu meiner Überraschung die Straßenlaternen angehen. Ach ja, die gibt es ja auch noch. Gar nicht dran gedacht. Das verändert die Lichtsituation komplett und ich bekomme die Gelegenheit, Blenden- oder Sonnensternsterne, wie ich sie nenne, mit einzubauen. Bei Blende f11 finde ich zufriedenstellende Ergebnisse. Von 9:00 bis 9:20 verbringe ich damit Aufnahmen zu machen. Ich passe die Belichtungsdauer immer wieder an und warte auf vorbeifahrende Autos. Das Bild das ihr seht, habe ich ca. 1 Minute belichtet. Ich habe Glück, dass in dieser Minute Autos in beide Richtungen fahren, so dass ich sowohl rote als auch weiße Leuchtspuren bekomme, die sich auch noch schön überlagern.

 

Zu Hause regle ich in Camera Raw ein wenig die Kontraste, helle die dunklen Bereiche etwas auf und verschiebe die Farben sanft. Das Blau ein wenig ins Türkis und das Gelb ein wenig ins Rot. Ein bisschen nachschärfen. Die Profilkorrektur wende ich auch an, da diese sehr schön die Vignette rausrechnet. So gefällt es mir. Die Nachbearbeitung dauert nur ein paar Minuten. Die Zeiten in denen ich gerne Stunden mit Photoshop verbracht habe, sind schon lange vorbei.

 

Der Abend bestätigt mich darin dass es zum einen Sinn macht Dinge zu probieren und das ein Abweichen vom Plan dennoch zu etwas führen kann. Ich hatte ein ganz anderes Foto geplant, bin aber trotzdem zufrieden und habe etwas neues entdeckt. Ein Aspekt, der Fotografie für mich immer wieder spannend und reizvoll macht.

 

Wünsche dir viel Spaß beim Entdecken und Ausprobieren.

 

Timo

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